Posted on

Holz lagern: die fünf Fehler, die eine gute Charge ruinieren

Sorgfältig gestapeltes Brennholz

Wir liefern Holz mit 16 % Restfeuchte. Sechs Monate später rufen manche Kunden an, weil es schlecht brennt. In neun von zehn Fällen liegt es an der Lagerung. Was Sie nicht tun sollten:

Fehler 1: rundum abplanen

Mit Abstand der häufigste. Eine geschlossene Plane macht aus dem Stapel ein Gewächshaus: Bodenfeuchte steigt auf, kondensiert unter dem Kunststoff und tropft zurück aufs Holz. In wenigen Monaten geht eine Charge von 16 % zurück auf 25 %.

Richtig: nur oben abdecken, mit 20 cm Überstand, und alle vier Seiten offen im Wind lassen.

Fehler 2: direkt auf die Erde legen

Der Boden ist ein dauerhaftes Wasserreservoir. Die untersten zwei Reihen saugen sich voll, schimmeln und faulen in einer Saison.

Richtig: zwei Paletten, Kanthölzer, Betonsteine — irgendetwas, das 10 cm belüfteten Zwischenraum schafft.

Fehler 3: den Stapel an die Wand schieben

Ohne Luftschicht trocknet die wandseitige Fläche nie, und die Wand zieht Feuchtigkeit. Mindestens 10 cm Abstand zum Mauerwerk.

Fehler 4: in einer geschlossenen Garage lagern

Klingt paradox, ist aber schlimmer als ein offener Unterstand: die Luft steht und sättigt sich. Das Holz trocknet nicht mehr, und die Feuchte wandert in die Wände. Ein an drei Seiten offener Unterstand in Hauptwindrichtung ist deutlich besser — auch mitten im Winter.

Fehler 5: zu viel Holz auf einmal hereinholen

Ein Korb neben dem Ofen ist ideal: das Holz trocknet in der warmen, trockenen Raumluft nach. Drei Ster im Wohnzimmer sind etwas anderes — die abgegebene Feuchtigkeit muss irgendwo hin, und sie geht in Ihre Wände.

Richtig: zwei bis drei Tagesrationen im Haus, nicht mehr.

Die ideale Ausrichtung

Stapel in Nord-Süd-Richtung, in Hauptwindrichtung, Hirnseiten dem Wind zugewandt. Hierzulande heißt das meist Westexposition. Ein Sommer unter diesen Bedingungen ersetzt zwei Winter unter geschlossenem Dach.