
„Trockenes Holz“ ist die dehnbarste Angabe im Brennholzhandel. Keine Norm regelt sie: Ein Händler darf „trocken“ auf eine Charge mit 28 % Restfeuchte schreiben, ohne gegen ein Gesetz zu verstoßen. So bilden Sie sich in dreißig Sekunden Ihr eigenes Urteil, ohne Werkzeug.
1. Hören Sie hin
Nehmen Sie zwei Scheite und schlagen Sie sie gegeneinander. Trockenes Holz klingt hell, fast metallisch. Feuchtes Holz gibt einen dumpfen, matten Ton — wie zwei nasse Bretter. Der schnellste und zuverlässigste Test.
2. Sehen Sie sich die Hirnseiten an
Wirklich getrocknetes Holz zeigt sternförmige Risse auf den Schnittflächen, vom Kern zur Rinde. Diese Schwindrisse sind die Signatur der Trocknung. Glatte, geschlossene Hirnseiten an Eiche bedeuten fast immer frisches Holz.
3. Prüfen Sie die Rinde
An trockenem Holz löst sich die Rinde leicht, manchmal schon beim Umschlag. Haftet sie fest, ist die Kambiumschicht darunter noch feucht.
4. Wiegen Sie ab
Ein Ster trockene Eiche wiegt rund 480 kg. Frisch geschlagen wiegt derselbe Ster fast 900. Von Hand ist der Unterschied eindeutig.
Holz mit 30 % Restfeuchte verliert rund 40 % seines Heizwerts: Sie kaufen Holz, bezahlen Wasser und verrußen den Schornstein umsonst.
Und wenn die Charge zu feucht ist?
Nicht alles ist verloren. Spalten Sie die dicksten Scheite nach, stapeln Sie auf Paletten mit 10 cm Abstand zwischen den Reihen, decken Sie nur oben ab und warten Sie einen ganzen Sommer. Holz mit 25 % liegt nach einer gut belüfteten Frühjahr-Sommer-Saison meist unter 18 %.